Wenn Rechnungen offenbleiben: Wie KMU ihre Liquidität planbarer machen

12. Oktober 2026

Tim Kaiser

19.564 Euro – so hoch ist das durchschnittlich ausstehende Forderungsvolumen pro Schuldner im deutschen B2B-Geschäft laut aktuellem Creditreform Zahlungsindikator.

Gleichzeitig berichten 87 % der von Atradius befragten deutschen Unternehmen von Zahlungsverzögerungen im B2B-Geschäft.

Die beiden Zahlen stammen aus unterschiedlichen Erhebungen, zeigen aber dieselbe Herausforderung aus zwei Perspektiven: Für viele Unternehmen steckt ein relevanter Teil ihrer Liquidität in offenen Forderungen – und steht damit nicht unmittelbar für das operative Geschäft zur Verfügung.

Offene Forderungen binden finanziellen Handlungsspielraum

Eine gestellte Rechnung ist noch kein verfügbares Geld.

Zwischen Leistungserbringung, Rechnungsstellung und tatsächlichem Zahlungseingang können Wochen liegen. Gerade für mittelständische Unternehmen kann das schnell zum Spannungsfeld werden: Lieferanten, Gehälter oder laufende Kosten müssen bezahlt werden, während die eigenen Kunden erst später zahlen.

Gleichzeitig können Investitionen anstehen, neue Aufträge finanziert oder zusätzliche Mitarbeitende benötigt werden.

Damit wird Working Capital zu einer strategischen Frage: Wie viel Liquidität steht dem Unternehmen tatsächlich zur Verfügung – und wie planbar ist sie?

Zahlungsverzögerungen gehören zum Unternehmensalltag

Der Atradius Payment Practices Barometer 2026 zeigt, wie verbreitet das Thema ist: 87 % der befragten deutschen Unternehmen berichten von verspäteten B2B-Zahlungen.

Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Forderung ausfällt. Auch ein verspäteter Zahlungseingang kann jedoch Auswirkungen haben – insbesondere dann, wenn Unternehmen selbst in Vorleistung gehen oder stark wachsen.

 

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Für Metin Batibeki, Head of Sales bei Bibby Financial Services Deutschland, liegt deshalb ein wesentlicher Punkt in der Planbarkeit:

„Wachstum scheitert häufig nicht an fehlenden Aufträgen, sondern daran, dass Liquidität zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sein muss. Gerade wenn Unternehmen in Vorleistung gehen oder ihre Kunden längere Zahlungsziele nutzen, kann Factoring dabei helfen, aus offenen Forderungen planbaren finanziellen Handlungsspielraum zu machen.“

Wie Factoring den Cashflow planbarer machen kann

Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine fortlaufend entstehenden Forderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen an einen Factor. Dadurch kann ein großer Teil des Rechnungsbetrags bereits kurz nach Rechnungsstellung zur Verfügung stehen – statt erst nach Ablauf des Zahlungsziels oder einem verspäteten Zahlungseingang.

Das kann beispielsweise helfen,

  • laufende Kosten verlässlicher zu planen,
  • Wachstum und neue Aufträge vorzufinanzieren,
  • Investitionen umzusetzen oder
  • finanziellen Spielraum für zusätzliche Mitarbeitende zu schaffen.

Entscheidend ist dabei nicht nur die zusätzliche Liquidität. Für viele Unternehmen ist vor allem die Planbarkeit des Cashflows relevant.

Aus offenen Rechnungen kann Handlungsspielraum werden

19.564 Euro sind zunächst nur ein Durchschnittswert. Wie hoch der tatsächliche Liquiditätsbedarf ist, hängt von Umsatz, Zahlungszielen, Kundenstruktur und Geschäftsmodell eines Unternehmens ab.

Die Zahlen zeigen aber: Offene Forderungen und verspätete Zahlungen sind kein Randthema des deutschen Mittelstands.

Wer Wachstum finanzieren oder seine Liquiditätsplanung stabiler gestalten möchte, sollte deshalb nicht nur auf den Kontostand schauen – sondern auch darauf, wie viel Kapital aktuell in Forderungen gebunden ist.

Sie möchten wissen, welches Liquiditätspotenzial in Ihren offenen Forderungen steckt?

Mit unserem Factoring-Rechner erhalten Sie eine erste indikative Einschätzung.

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Quellen:

Creditreform, Zahlungsindikator Deutschland – Sommer 2026

Atradius, Payment Practices Barometer Germany 2026

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