Deutsche Exporte ziehen an: Wie Export Factoring Wachstum finanzieren kann

Wie mittelständische Unternehmen Exportwachstum finanzieren und ihre Liquidität sichern können.

30. September 2026

Metin Batibeki

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich überraschend aufgehellt. Besonders vom Export kommen neue Impulse. Für mittelständische Unternehmen eröffnet das Chancen – vorausgesetzt, das Wachstum bindet nicht genau die Liquidität, die für neue Aufträge benötigt wird.

Was bedeutet Exportwachstum für die Liquidität?
Exportwachstum kann den Liquiditätsbedarf eines Unternehmens erhöhen, weil neue Aufträge zunächst vorfinanziert werden müssen. Je länger die Zahlungsziele der Kunden sind, desto mehr Kapital bleibt in offenen Forderungen gebunden. Export Factoring kann diese Forderungen früher in Liquidität umwandeln und so zusätzlichen finanziellen Spielraum schaffen.

Nach zwei schwierigen Jahren mehren sich die positiven Signale für die deutsche Wirtschaft. Die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre gemeinsame Wachstumsprognose für 2026 deutlich angehoben: Statt der im Frühjahr erwarteten 0,6 Prozent rechnen sie inzwischen mit einem realen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,3 Prozent. Für 2027 erwarten sie ein Plus von 1,1 Prozent.

Ein wesentlicher Faktor dabei ist die Entwicklung des Außenhandels.

Exporte werden wieder zum Wachstumstreiber

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen eine deutliche Belebung: Von Januar bis Juli 2026 exportierte Deutschland kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von rund 954 Milliarden Euro – das waren 4,0 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allein im Juli lagen die Exporte 6,1 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Auch im Mittelstand kommt die Entwicklung an. Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer stieg im August bereits den vierten Monat in Folge. Besonders Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Großhandel bewerteten ihre Aussichten besser. Nach Einschätzung der KfW profitieren gerade diese Branchen vom wieder stärkeren Exportgeschäft.

Hinzu kommen staatliche Investitionen. Das ifo Institut geht davon aus, dass zusätzliche Ausgaben insbesondere für Infrastruktur, Klimaneutralität und Verteidigung der Wirtschaft 2026 einen finanzpolitischen Impuls von knapp 40 Milliarden Euro geben. Für 2027 werden weitere rund 27 Milliarden Euro erwartet. 

Die Ausgangslage ist damit besser als noch vor wenigen Monaten erwartet.

 

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Metin Batibeki, Head of Sales bei Bibby Financial Services, ordnet die Entwicklung wie folgt ein:

„Wir erleben gerade eine interessante Phase: Viele Unternehmen sehen wieder mehr Chancen im Markt, sind nach den vergangenen Jahren aber gleichzeitig deutlich vorsichtiger geworden. Wachstum allein reicht deshalb nicht – entscheidend ist, dass Unternehmen die finanzielle Beweglichkeit haben, neue Aufträge auch wirklich anzunehmen.“

Warum kann Exportwachstum zu Liquiditätsengpässen führen?

Gerade für exportierende Unternehmen bringt Wachstum allerdings eine Besonderheit mit sich: Oft steigt zunächst der Finanzierungsbedarf.

Material und Vorleistungen müssen beschafft, Personal und Logistik bezahlt und größere Auftragsvolumen vorfinanziert werden. Der Zahlungseingang folgt möglicherweise erst 30, 60 oder 90 Tage später. Im internationalen Geschäft können längere Zahlungsziele sogar Teil des Wettbewerbs sein. Wer seinen Kunden attraktive Konditionen anbieten kann, verbessert seine Verhandlungsposition – bindet damit aber gleichzeitig eigenes Working Capital. Hinzu kommen Risiken, die im Auslandsgeschäft besonders relevant sind: die Bonität neuer Geschäftspartner, unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen oder ein aufwendigeres Debitorenmanagement.

Und trotz der aktuell positiven Signale bleibt das Umfeld herausfordernd. Laut dem KfW-Internationalisierungsbericht erwarten 30 Prozent der international tätigen deutschen Mittelständler, dass ihre Auslandsumsätze innerhalb der kommenden drei Jahre zurückgehen werden. Nur knapp ein Viertel rechnet mit Wachstum. Viele Unternehmen reagieren darauf, indem sie ihre Absatzmärkte stärker diversifizieren.

Genau diese Diversifizierung kann wiederum zusätzlichen Finanzierungsbedarf auslösen.

Wie funktioniert Export Factoring?

Export Factoring ist die Finanzierung offener Forderungen gegenüber ausländischen Geschäftskunden. Das Unternehmen verkauft seine Forderungen an einen Factor und erhält einen Großteil des Rechnungsbetrags vor dem eigentlichen Zahlungsziel.

Bei Bibby Financial Services können nach Rechnungsstellung bis zu 90 Prozent der Forderungssumme innerhalb von 24 Stunden ausgezahlt werden. Je nach vereinbartem Modell können zusätzlich die Absicherung gegen Zahlungsausfälle und Aufgaben im Debitorenmanagement übernommen werden. Aus langen Zahlungszielen wird so nicht automatisch eine lange Wartezeit auf Liquidität. Das kann insbesondere dann relevant werden, wenn ein Unternehmen schnell wachsen möchte: Der verfügbare Finanzierungsrahmen orientiert sich am Forderungsbestand und kann sich damit parallel zum Umsatz entwickeln.

Export Containers Abstract
„Gerade beim Export sehen wir häufig, dass wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen Liquidität nicht wegen mangelnder Aufträge benötigen, sondern genau wegen ihres Wachstums. Wenn mehr Umsatz zunächst mehr Kapital bindet, kann Factoring helfen, aus offenen Forderungen wieder verfügbaren finanziellen Spielraum zu machen.“, weiß Metin Batibeki aus zahlreichen Kundengesprächen zu berichten.

Dass Unternehmen alternative Formen der Working-Capital-Finanzierung stärker nutzen, zeigen auch die Marktzahlen. 2025 erreichten die Mitglieder des Deutschen Factoring-Verbandes ein angekauftes Forderungsvolumen von 423,5 Milliarden Euro – ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Höchststand. Ende des Jahres nutzten mehr als 112.000 Unternehmen Factoring. Das angekaufte Forderungsvolumen entsprach rund 9,5 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Auch 2026 bleibt der Markt stabil: Im ersten Halbjahr lag das Factoring-Volumen bei 212,6 Milliarden Euro und damit nochmals 0,5 Prozent über dem bereits starken Vorjahreswert. 

Das ist besonders vor dem Hintergrund interessant, dass Factoring nicht nur in wirtschaftlich schwierigen Phasen genutzt wird. Es kann genauso ein Instrument sein, um Wachstum zu finanzieren.

Vom Aufschwung profitieren, ohne auf Zahlungseingänge zu warten

Die aktuellen Konjunkturdaten sind noch kein Grund für Euphorie. Die Wirtschaftsforschungsinstitute weisen ausdrücklich darauf hin, dass die strukturellen Herausforderungen Deutschlands bestehen bleiben. Für exportorientierte Unternehmen gibt es dennoch gute Gründe, wieder offensiver nach vorne zu schauen.

Wenn neue Nachfrage entsteht, wird die Fähigkeit entscheidend, schnell reagieren zu können: Aufträge vorfinanzieren, Lieferkapazitäten erweitern, neue Märkte erschließen oder Kunden wettbewerbsfähige Zahlungsziele anbieten. Liquidität wird damit vom reinen Sicherheitspuffer zum Wachstumsfaktor. 

Export Factoring kann dabei helfen, die Zeit zwischen Leistungserbringung und Zahlungseingang zu verkürzen und Working Capital verfügbar zu machen – damit ein neuer Auftrag nicht an der eigenen Liquidität scheitert.

Hier mehr über Export Factoring bei Bibby Financial Services erfahren.


Quellen:

ifo Institut
Destatis
KfW
ifo Institut
KfW
Deutscher Factoring Verband
Deutscher Factoring Verband
DIW Berlin

Exportwachstum braucht finanziellen Spielraum


Neue Aufträge im Ausland können Kapital binden, bevor Umsätze auf dem Konto ankommen. Mit Export Factoring können Sie offene Forderungen schneller in Liquidität umwandeln und Wachstum flexibler finanzieren.
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Metin Batibeki

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