CNBC Interview mit Simon Featherstone, BFS CEO (Vorstand/Geschäftsführer)

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CNBC Interview mit Simon Featherstone, BFS CEO (Vorstand/Geschäftsführer)

Interviewpartner: Simon Featherstone
Position: CEO (Vorstand / Geschäftsführer)
Unternehmen: Bibby Financial Services Ltd.
Sender: CNBC Asia Pacific
Datum: 28.11.2012
Uhrzeit: 06:33 MEZ
Dauer: 4 Minuten und 42 Sekunden

Interview mit Simon Featherstone

Carolin Roth
In Zeiten des Wirtschaftsabschwungs sind Kredite für gewöhnlich knapp. Dieses Problem ist für kleine und mittelständische Unternehmen noch akuter, da ihnen hohe Risiken zugesprochen werden. Daher ist es nicht erstaunlich, dass einige Unternehmen die Chance ergreifen, Finanzierungsmöglichkeiten anzubieten, um ein Überbrücken dieses Engpasses zu ermöglichen. Lassen Sie uns mit Simon Featherstone, CEO von Bibby Financial Services, sprechen. Er ist heute hier bei uns in seinem ersten CNBC-Interview. Simon, vielen Dank, dass Sie in aller Frühe zu uns gekommen sind. Sie expandieren gerade gen Singapur. Erzählen Sie mir doch einmal etwas über die Unterschiede beim Finanzierungsbedarf zwischen europäischen und asiatischen KMUs.

Simon Featherstone
Ich denke, dass nicht so enorm viele Unterschiede zwischen den europäischen und asiatischen KMUs auszumachen sind. In der Tat suchen sie nach dem Zugang zu einem Entscheidungsträger, und die Banken haben die Entscheidungsträger von diesen Kleinunternehmen gewissermaßen weggenommen. Zudem streben sie – nach dem, was uns Kleinunternehmer so berichten –nach einem finanziellen Entscheidungsträger. Sie müssen wissen, ob sie über jene Finanzen verfügen können, um weiter zu wachsen.

Carolin Roth
Hier in Großbritannien hat die britische Regierung den Bedarf der Finanzierung von Kleinunternehmen eingeräumt, und aus diesem Grund hat sie die Finanzierung für einen Kreditvergabeplan freigegeben. Allerdings zeigte der Plan in Wirklichkeit eine größere Auswirkung auf die Hypotheken, als auf die Finanzierung von oder die Kreditvergabe für Kleinunternehmen. Was machen Sie aus diesem Plan und warum fallen die Auswirkungen für die KMUs so geringfügig aus?

Simon Featherstone
Offen gestanden ist dies meiner Ansicht nach teils dem mangelnden Vertrauen der Banken in ihre Fähigkeit geschuldet, den Plan für ihre Kunden aus Kleinunternehmen anzuwenden. Die Regierung hat ihn nicht auf Nichtbanken ausgeweitet. Daher verfügen Unternehmen wie Bibby Financial Services nicht über einen Zugang zu diesem Geschäft; und letztlich wachsen unsere Kleinunternehmen tatsächlich viel schneller, wenn sie sich unserer Finanzierungsmöglichkeiten bedienen, als normale KMUs. Ironischerweise muss die Regierung daher meiner Ansicht nach diese Finanzierungsart auf die großen Nichtbanken ausweiten, also Unternehmen wie unseres, die über lokale und regionale Präsenz verfügen sowie die Finanzierung an jene KMUs weitergeben können, die sie benötigen.

Karen Tso
Simon, Sie sind in ungefähr 15 Ländern weltweit vertreten. Zudem verfügen Sie über eine starke Präsenz hier in Asien. Würden Finanzierungskosten höher ausfallen, wenn KMUs Ihre Dienstleistungen in Anspruch nehmen? Denn es gab viel Rummel und zahlreiche Gespräche über die exorbitant hohen Kosten, die durch uns sogar im chinesischen Schattenbanksektor veranschlagt wurden...

Simon Featherstone
Ich denke nicht, dass die Kosten besonders sind. Letztlich ist die Kreditvergabe an Kleinunternehmen riskanter und die Kosten liegen allgemein höher als bei größeren Unternehmen. Allerdings werden Sie feststellen, dass die Verfügbarkeit von Finanzierungsmitteln knapp ist und Alternativen wie die von Bibby Financial Services und die vielen anderen da draußen ihnen Wachstum ermöglichen. Dienste wie der von Bibby zielen besonders auf Unternehmen ab, die nach Wachstum streben, denn sie passen gut auf ihren Finanzierungsbedarf, da wir die Finanzierung abgleichen, wenn sie wachsen. Zudem können Unternehmen zu sehr angemessenen Kosten expandieren, finde ich.

Karen Tso
Angesichts des Wachstumsumfangs, der hier in Südostasien berichtet wird sowie der Anzeichen einer Trendwende in Wirtschaften wie beispielsweise China, wohin würde Ihre erste Zuweisung erfolgen, wenn KMUs zu Ihnen kommen? Mit welchen Unternehmen haben Sie es zu tun?

Simon Featherstone
Wir schauen uns eine komplette Reihe an Unternehmen an, also vornehmlich B2B-Unternehmen im Dienstleistungs- und Herstellungssektor sowie im Großhandelsgewerbe. Wir weisen unser Kapitel zurzeit Hongkong zu, und wir haben vor kurzem eine Niederlassung in Singapur eröffnet. Wir sehen großes Wachstumspotential in Singapur, und es überholt – unseren Untersuchungen zufolge – wahrlich den Großteil des restlichen asiatischen Raumes. Ebenso erkunden wir China, denn so viele unserer Kunden anderer Niederlassungen in der gesamten Welt berichten uns, dass sie ihren Blick auch nach China richten. Allerdings weisen wir unser Kapital zurzeit Hongkong und Singapur zu.

Carolin Roth
Simon, lassen Sie uns auf Großbritannien zurückkommen. Denken Sie auf Grundlage dessen, was Sie von jenen Unternehmen zu hören bekommen, mit denen Sie im Oktober und November zusammengearbeitet haben, dass Großbritannien auf einen „Triple Dip“ zusteuert?

Simon Featherstone
Unser Kundenstamm wäre nicht dieser Ansicht. Aktuell, also zwischen dem 1. und 3. Quartal dieses Jahres, liegen unsere Kunden um 4 % höher. Und wenn Sie dies mit den üblichen Berichten vergleichen, so sind sie viel erfolgreicher. Allerdings gestaltet sich die Situation sehr unterschiedlich. Wenn Sie beispielsweise mit Kunden aus dem Baugewerbe sprechen, so ist festzustellen, dass sie weiterhin zu kämpfen haben. Daher bin ich mir nicht sicher, ob wir in Richtung eines „Triple Dip“ steuern, allerdings wird es uns viel Zeit und Anstrengungen kosten, die aktuelle Situation zu bewältigen.

Carolin Roth
Ok, dies ist in der Tat ein enormes Dilemma hinsichtlich der Wachstumsraten auf der ganzen Welt. Simon, vielen Dank, dass Sie heute bei uns waren. Dies war Simon Featherstone von Bibby Financial Services.


Wichtiger Haftungsausschluss

Obgleich umfassende Anstrengungen vorgenommen wurden, um die Exaktheit der Interviewtranskriptionen sicherzustellen, so wird für Interviews mit Geschäftsleitungen und verbundenen Unternehmen keine Haftung für die Äußerungen, für das gesprochene und schriftliche Wort oder für Fehler bzw. Auslassungen übernommen. Beim Aufkommen von Zweifeln gilt das im Broadcast bereitgestellte Originalvideo zum Interview.

Posted by on 27 März 2013.