Factoring und Exportfactoring für den Logistikmarkt

Der deutsche Transport- und Logistikmarkt blickt nach turbulenten Zeiten wieder optimistisch in die Zukunft, die Herausforderungen der Branche bleiben jedoch vielfältig: Investitionsdruck, politische Entscheidungen und ein immer härter werdender Wettbewerb fordern ein Höchstmaß an Flexibilität und rücken die Unternehmensfinanzierung wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Factoring und Exportfactoring können hier einen wertvollen Beitrag für die Unternehmen leisten, sich für eine erfolgreiche Zukunft aufzustellen.

Die deutsche Logistikwirtschaft hat wechselhafte Zeiten hinter sich. Nach den starken Jahren 2006 bis 2008 brach der Markt 2009 aufgrund der Wirtschaftskrise massiv ein und fiel um neun Prozent auf ein Umsatzniveau von knapp 200 Mrd. Euro. Die KMUs der Branche traf es besonders: für über 1.000 Unternehmen bedeutete die Krise den Weg in die Insolvenz.

Aktuellen Studien zufolge befindet sich die Logistikwirtschaft jedoch wieder im Aufwind. Die Branche wächst schneller als die Gesamtwirtschaft und rechnet in diesem und im nächsten Jahr mit einem Wachstum von vier bis fünf Prozent - bereits 2011 soll an die Erfolgsjahre angeknüpft werden. Und die Unternehmer haben ihre Lehren aus den vergangenen zwei Jahren gezogen: laut einer Untersuchung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) gaben 80 Prozent der Befragten an, sich während der Krise auf zukünftige Schwankungen besser vorbereitet zu haben.

Liquidität im Fokus

Vor diesem Hintergrund gewinnt eine Neuausrichtung der Unternehmensfinanzierung beziehungsweise Erweiterung des Finanzierungsportfolios stark an Bedeutung. Zentrales Element hierbei ist die Absicherung der Liquidität und des Cash-Flows. Während der Krise mussten zahlreiche Unternehmen feststellen, wie riskant eine einseitig auf Bankkredite ausgelegte Finanzierung ist: Umsatzrückgänge gepaart mit steigenden Ausgaben, Zahlungsausfällen und Finanzierungsengpässen aufgrund restriktiver Kreditvergabe brachten eine Vielzahl der Transporteure und Logistiker in finanzielle Schieflage. Darüber hinaus hat die Zahlungsmoral nach wie vor signifikanten Einfluss auf die Liquiditätssituation der Branche. Die Zahlungsziele liegen in den meisten Fällen bei 30 bis 60 Tagen, Verzögerungen von durchschnittlich 15 Tagen sind jedoch erfahrungsgemäß die Regel. Hinzu kommt ein branchentypisch relativ hoher Anteil an Einmalgeschäften, beispielsweise durch Frachtbörsen, mit gesteigertem Forderungsausfall beziehungsweise Verzögerungsrisiko.

Mehrwert durch Factoring und professionelles Forderungsmanagement

Factoring bietet hier echten Mehrwert, da aufgrund der umsatzkongruenten und innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung stehenden Finanzierung ein stetiger Liquiditätsfluss aus dem laufenden Geschäft sichergestellt und die eigene Handlungsfähigkeit gewährleistet ist. Liquiditätsengpässe durch verzögerte Zahlungen entstehen so erst gar nicht und das Risiko des Forderungsausfalls entfällt. Dies liegt beim Factoringanbieter und ist im Rahmen einer Warenkreditversicherung abgesichert. Die Kosten hierfür sind in der Factoringgebühr bereits abgedeckt. Durch das professionelle Forderungsmanagement und Mahnwesen des Factoringanbieters werden Zahlungsverzögerungen zudem deutlich reduziert und die Zahlungsmoral der Debitoren nachweislich verbessert. Hiervon profitieren die Factoringkunden in zweifacher Weise: zum einen minimiert die pünktliche Zahlung der Debitoren die Zinskosten, zum anderen steht der Restbetrag von 15 bis 25 Prozent der Forderung entsprechend früher zur Verfügung.

Für Herausforderungen gewappnet

Im Hinblick auf die Herausforderungen der Branche hat Factoring ebenfalls großes Potenzial für den Markt. Nicht nur der aktuelle Aufschwung, auch Entscheidungen auf politischer Ebene und Stichworte wie „Green Logistics“ erfordern weitreichende Investitionen, um markt- und wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Einsatz von Factoring schafft und erweitert entsprechende Investitionsspielräume, indem in offenen Forderungen gebundenes Kapital direkt freigesetzt wird und flexibel genutzt werden kann. Dies erweist sich auch in Anbetracht des steigenden Kostendrucks aufgrund hoher Rohstoffpreise und Mautgebühren als entscheidender Vorteil. Indem die Unternehmen beim Factoring das Forderungsmanagement an den Factoringanbieter übertragen, stärken sie zudem ihre Wettbewerbsfähigkeit, da sie sich von erheblichem administrativen Aufwand entlasten und sich voll und ganz auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können.

Stärkung des Exportgeschäftes

Für international operierende Logistikunternehmen stellt die Variante Exportfactoring eine interessante Alternative zur Finanzierung des Exportgeschäftes dar. Hier entstehen beispielsweise in der Zusammenarbeit mit süd- oder osteuropäischen Ländern aufgrund geltender Zahlungsziele von 90 Tagen und mehr teilweise erhebliche Liquiditätslücken, die durch Exportfactoring geschlossen werden können. Exportfactoring funktioniert nach demselben Prinzip wie Factoring, allerdings werden die Forderungen im zu beliefernden Ausland von dem Factoringanbieter koordiniert. Voraussetzung hierfür ist eine entsprechend internationale Aufstellung und Expertise des Factors. Alle Vorteile des inländischen Factorings treffen ebenfalls auf die Exportvariante zu, die Entlastung vom komplexen internationalen Forderungsmanagement durch unterschiedliche Währungen, Sprachen, Kulturen, Rechtssysteme und Zahlungsmoral kommt hierbei allerdings besonders zum Tragen.

Die deutsche Transport- und Logistikbranche kehrt nach den Einschnitten der Krise wieder zu alter Stärke zurück und richtet sich auf eine dynamische Zukunft aus. Um den zukünftigen und aktuellen Anforderungen besser gerecht werden zu können, bieten die Finanzdienstleistungen Factoring und Exportfactoring im Hinblick auf Liquidität, Sicherheit, Flexibilität und Stärkung der finanziellen Unabhängigkeit eine ideale Alternative beziehungsweise Erweiterung in der Unternehmensfinanzierung.

Posted by on 04 November 2010.